Presse/Kritiken

Materialien für Presse und Interessierte

Das Theater für Kinder ist vom 21. bis 27. November Anlaufpunkt der IKEA-Stadtsafari. Mehr dazu finden Sie hier

Für Theaterbesucher
Sie finden hier Pressestimmen zu einigen Inszenierungen und weitere Meldungen
über das Theater für Kinder.


Für Journalisten

Szenenfotos in hoher Auflösung sende ich Ihnen gern per E-Mail. Anruf genügt. Noch Fragen? Wenden Sie
sich an Claus Gutbier, Tel. 040 / 38 25 38 oder Durchwahl 040 / 38 02 38 13 oder E-Mail: tfk@alleetheater.de.


 Das Theater für Kinder in den Medien


Neues zu LUPINCHEN UND ROBERT: 
http://familiemotte.de/hamburg-mit-kindern-lupinchen-und-robert-im-theater-fuer-kinder/

 


 Pressestimmen zu DER KLEINE MOZART, Premiere 17.9.2016, finden Sie unter  https://stadtschwalben.com/2016/09/27/mozart-kindertheater-hamburg/ und im Hamburger Abendblatt vom 29. September 2016 im Kulturteil auf Seite 19.

 
PRESSESTIMMEN DIE SCHNEEKÖNIGIN
Links zu
 
Hamburger Abendblatt, Die Welt

 
www.ahoikinder.de
Quak, Quak - Der Froschkönig
von Ute Vaut
Im wunderbaren Theater für Kinder in Altona läuft die Märchen-Musical Inszenierung vom Grimms Märchen „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich". Ein zauberhaftes Vergnügen - live begleitet von Klavier, Harfe, Saxofon und Geige.

Vom Vorteil einer bekannten Geschichte
Es ist ein großer Vorteil, eine Theaterinszenierung zu sehen, bei der die Geschichte allseits bekannt ist. Eltern wissen, welche Bösewichte auftauchen und worauf das Kind vorbereitet werden muss, damit es nicht schreiend aus dem dunklen Saal läuft. Kinder kennen die Geschichte und können auch kryptische Bilder und genuschelten Gesang zu einer logischen Handlung zusammen fügen. Und: Für unsere Theatergeschichte mit Kindern erstmalig. Mein großer Hamburg Jung erkennt eine wesentliche Eigenschaft des Theaters und macht sich zum ersten Mal Gedanken über die Inszenierung: Wie wohl die Verwandlung des Frosches in einen Prinzen gezeigt wird? Sein Tipp: Das Licht geht aus und dann ist auf einmal der Königssohn da. Wir werden sehen!

Der Froschkönig also. Eine wunderbare Geschichte, gerade für Kinder, die sich wie mein großer Hamburger Jung (4,5) vor Räubern, Hexen und anderen Banditen fürchten. Keine Monster, kein Räuber - nur eine Hexe, die irgendwann einmal einen bedauernswerten Königssohn in einen glitschig-grünen Frosch verzaubert hat, aber die Bühne nie betreten wird. Ein Frosch, der nur ein bisschen ekelig ist, aber zu klein, um wirklich gefährlich zu sein. Ein Lieblingsspielzeug in Form einer goldenen Kugel, das verloren geht und für dessen Rückkehr man alles, aber auch alles versprechen würde. Das können Kinder nachempfinden.

Theater für Kinder in Hamburg
Das Theater für Kinder an der Max Brauer Allee ist ein Traditionshaus, schon seit 1968 flitzen hier bekannte Kinderbuchfiguren von Räuber Hotzenplotz bis Michel aus Lönneberga über die Bühne. Es gibt ein schönes lichtdurchflutetes Foyer mit Kaffeebar für die Großen und für meinen Geschmack etwas zu gut präsentierten Süßkram, aber auch das obligatorische Obst für die Kleinen. Der Saal ist bestückt mit wunderhübschen Stühlen allesamt in Gold lackiert und mit rotem Samt gepolstert, und niemals stehen zwei ganz gleiche Stühle nebeneinander, was dem Raum einen besonderen Charme verleiht.

Bühnenbild nach Kinderbuch von Binette Schröder
Das Märchen vom Froschkönig ist inszeniert nach dem Kinderbuch von Binette Schröder. Ihre Illustrationen gestalten das Bühnenbild als Großbildprojektionen mit, die Darsteller tragen Kostüme nach ihrem Vorbild. (die Titelillustration von Binette Schröder zum Froschkönig ist übrigens auch einer tschechischen Briefmarke zu sehen). Das Stück wird mit fünf Darstellern bestritten. Der Frosch ist eine Handpuppe, sichtbar gespielt von einer Darstellerin im blauen Froschanzug. Da es sich um ein Märchen Musical Theater handelt, gibt es viel für die Ohren. Harfe, Klavier, Saxofon, Geige und Querflöte sorgen für eine besonders märchenhafte Atmosphäre. Der Gesang ist gut verständlich und eingängig. Lediglich dem König hätte man eine etwas kräftigere Stimme gewünscht. Zumal er es doch ist, der als väterliche Autorität verordnet, dass Versprechen eingehalten werden - und die Königstochter nicht denjenigen abweisen darf, der ihr in der Not geholfen hat - auch wenn es ein garstiger Frosch ist.

Darsteller zum Anfassen
Als der Frosch wieder ein Königssohn ist und das Märchen unter großem Applaus endet, dürfen die Kinder die Darsteller im Foyer kennenlernen, die Violine streichen, Melodica oder Saxfon ausprobieren und vor allem - den Frosch vorsichtig streicheln. Das traut sich sogar mein Hamburger Jung!
Achso, die Verwandlung: Tatsächlich wird es auch ein bisschen dunkel. Aber es kommt noch viel besser. Schauen Sie es sich doch selbst an - im Hamburer Theater für Kinder

Der Froschkönig oder der Eiserne Heinrich
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Binette Schroeder und den Brüdern Grimm.
Bühnenfassung Barbara Hass, Mitarbeit Barbara Henneberg
Musik und musikalische Leitung Barbara Henneberg
Regie: Andreas Franz
Ausstattung Barbara Hass, Katja Grebe
Premiere 11.5.2014, seitdem fest im Repertoire
Ein Märchen-Musical für Kinder ab 3 Jahren.

 


DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE

OPER NACH WOLFGANG AMADEUS MOZART VON BARBARA HASS

KAMMERMUSIKALISCHE FASSUNG VON TJAARD KIRSCH

hlz - Zeitschrift der GEW Hamburg 2-3/2013
Joachim Geffers

BALD SIEGT DER WEISE MANN

Dem ‚Theater für Kinder‘ ist es mit einer Neu-Inszenierung der Zauberflöte für Kinder gelungen etwas auf die Bühne zu bringen, was gleichermaßen Jung und alt begeistert.

Kinderfilme haben ihren besonderen Reiz, wenn sie auch Erwachsenen gefallen. Dies gelingt, wenn die MacherInnen sich eines Sujets bedienen, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen anspringt. Mozarts Zauberflöte ist solch ein Stoff, mit dem sich zum einen seit Generationen das kindliche Gemüt rühren lässt, zum anderen bietet der Inhalt so viel Hintergründiges, dass er Erwachsene ebenso in seinen Bann zu schlagen vermag. Stoff eben, aus dem die Träume sind! Generationen von Geistesgrößen, von Goethe bis zu Karl Marx, haben sich an Inhalt und Form abgearbeitet. Für das 20. Jahrhundert war die Zauberflöte ein Steinbruch für die Psychoanalyse und wenn heutzutage das Singspiel, die (Volks-) oper - bis heute streiten sich die MusikwissenschaftlerInnen, wie das Werk einzuordnen ist - neu inszeniert wird, kann man sicher sein, dass dabei immer wieder neue Aspekte entdeckt und immer wieder lebendige Diskussion initiiert werden. Umso beachtenswerter ist es, wenn sich das 'Theater für Kinder' an diesen Stoff wagt. Dass dies überhaupt möglich ist, ist dem Umstand geschuldet, dass es dieser Hamburger Kulturstätte in den letzten Jahren gelungen ist, eine Symbiose zwischen einer reinen Kinderbühne und einer Kammeroper zu schaffen. Nur so ist es möglich, ein derartiges Projekt auf die Bühne zu bringen, da Erfahrung und Ressourcen beider Zweige zusammenkommen und ineinanderfließen.

Darüber hinaus braucht es besondere Erfahrungen, das wahrlich komplexe Libretto der Zauberflöte kindgerecht umzugestalten. Auch dieses Mal hat Barbara Haas, die sich auf diesem Gebiet schon mehrfach als glänzende Autorin hervorgetan hat, wieder gezeigt, dass sie ihr Handwerk versteht.
Neben der Handlung ist es aber vor allem die Musik Mozarts, die alle ZuschauerInnen - unabhängig vom Alter - immer wieder aufs Neue verzaubert. Die Aufführung erhält ihren besonderen Charme durch die Nähe, die der/ die ZuschauerIn zum ‚Orchester‘ hat. Allein drei (!) MusikerInnen (Geige, Flöte und Klavier) gelingt es, einen Klangkörper zu erzeugen, der nicht den Eindruck entstehen lässt, dass etwas fehlte. Das Reduzierte wird also durch die Nähe kompensiert - Kammeroper eben. Dies ist das Verdienst von Tjaard Kirsch, dem es gelungen ist, das vielorchestrierte Werk eben auf die drei Instrumente zu reduzieren, ohne dass der Glanz der Musik dabei auf der Strecke bliebe.
Glänzend auch die durchweg jungen Sängerinnen und Sänger, denen man ja hautnah begegnet (natürlich wird auch der Zuschauerraum mit zur Bühne). Es sind viele unter ihnen, die hier bei einem ihrer ersten Engagements zeigenkönnen,welchesPotenzial in ihnen steckt. Papageno beispielweise überzeugt neben seiner stimmlichen Qualitäten auch durch eine hervorragende schauspielerische Leistung. Und die Rache im Geschlechterkampf, heute würde man wohl Beziehungskiste dazu sagen, kommt sehr hautnah rüber, wenn die junge Katarina Friedland als Königin der Nacht wirklich atembe- raubend von ‚Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen‘ singt. Wenn man dann noch neben der Faszination durch die Musik den Text auf sich wirken lässt, dann weiß man, dass der Freimaurer Schikaneder als Librettist mehr im Sinn hatte, als ein nettes Singspiel zu schreiben. Das Antiklerikale, Aufklärerische blitzt in allen Zeilen auf und stützt vor allem eines: Das Prinzip Hoffnung! Für mich kulminiert das im Satz des Sarastro - übrigens im Italienischen Zarathustra -, wenn es heißt: ... bald soll der Aberglaube schwinden, bald siegt der weise Mann...
Am allerschönsten ist es al- lerdings die offenen Münder der Kinder zu sehen, die einfach nur vom Farbenspiel der Musik und der Figuren (ganz besonders auch deren Kostüme!) fasziniert sind, ohne sich am Hintergründigen abarbeiten zu müssen - verzaubert eben.

Karten: Tel. 38 25 38, Max-Brauer-Allee 76, 22765 Hamburg (Altona)


 

15. Februar 2013

Hamburger Abendblatt und Die Welt

MÄRCHENOPER NACH MOZART

ANDREAS FRANZ HAT "DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE" AM THEATER FÜR KINDER INSZENIERT
VERENA FISCHER ZERNIN

Kein Publikum ist so gnadenlos wie ein Saal voller Kinder. Der Lautstärkepegel spiegelt unfehlbar wider, ob eine Aufführung zündet oder nicht. "Die kleine Zauberflöte" zündet. Im Theater für Kinder konnte man ein Programmheft zu Boden fallen hören, so gebannt folgen die Kinder dem Geschehen. Oder sie lachen schallend. Oder sie geben Papageno, Tamino und Konsorten Tippss, hörbar besorgt, etwa so: "Pass auf, Pamina, hinter dir!" Kurz, sie haben angebissen. Und das weit über den üblichen Zeitraum von einer guten Stunde hinaus. Nur in den arg statischen Prüfungsszenen murmelt es im Zuschauerraum.
Vor vier Jahren hat das Theater für Kinder "Die kleine Zauberflöte" zuletzt herausgebracht, für die jetzige Produktion wurden Bühnenbild und Kostüme beibehalten (Anm. der Red.: zum großen Teil). Die neue Fassung ist also nicht wirklich neu, sondern überarbeitet - aber sie zündet. Statt brachial zu streichen, hat Tjaard Kirsch das Stück auf gut 90 Minuten eingedampft, indem er die Nummern gleichsam inwendig kürzte.

Die Textfassung von Barbara Hass steht dem nicht nach. Mozarts "Zauberflöte" ist für viele Deutungen offen, weil sie so vielschichtig ist. Freimaureropus und Liebesdrama, Märchenoper und Wiener Vorstadtklamauk, alles hat seinen Platz in diesem Universum. Hass ist nun gerade nicht den einfachen Weg gegangen, sich auf einzelne Aspekt zu beschränken. Sie lässt die Rezitative kurzerhand als Dialoge sprechen; hin und wieder vereinfacht sie einen Satz. Und siehe da: Plötzlich wird manches ganz von allein verständlich.

"Pamina", hebt Tamino an, bevor er sich den gefährlichen Freimaurerprüfungen unterzieht. Er stockt, dann sagt er so leichthin wie möglich: "Ich muss gehen." Knapp, um nicht zu sagen hanseatisch. Taminos Unfähigkeit, seinem Schmerz Ausdruck zu verleihen, ist ergreifend und hochkomisch zugleich. Die ganze Fallhöhe der "Zauberflöte" passt in diesen einen Moment.
Mit solch feinem Sinn für Situationskomik und genau an der Musik entlang hat Regisseur Andreas Franz das ganze Stück inszeniert. Und das junge Ensemble ist mit vollem Spielwitz dabei. Ob das Kind von Papageno, dem der Vogelfänger die ganze Geschichte als Rückblende erzählt, beim Zuhören  in der Nase bohrt oder Papagena in ihrer Verkleidung als bucklige Alte unablässig niest, jeden dieser Regieeinfälle quittieren die Kinder mit Gelächter.  
Dass die Spannung nie nachlässt, liegt auch daran, wie eng Regie und Ausstattung verzahnt sind. Hendrik Nagels poetisch-schlichtes Bühnenbild zeigt mal Tempelmauern und mal den berühmten Sternenhimmel, den der Architekt Karl Friedrich Schinkel einst für die Oper entwarf. Barbara Hass hat sämtliche Figuren in Vogelkostüme gesteckt. Wenn Papageno sich mal wieder einen zwitschert, kriegt der Papagei auf seinem Kopf auch was vom Wein ab. Und Tamino als Pfau schlägt ein Rad, so oft er eine Frau sieht, und hält es dann mit diesem unnachahmlichen Zittern, mit dem Pfauen ihre Anstrengung kaschieren. 

Stimmlich hatten bei der Premiere die Damen die Nase vorn. Katerina Fridland, Andrea Oswald und Lena Kutzner waren nicht nur drei witzige, wenn auch etwas zu ostentativ mannstolle Damen. Fridland sang außerdem zuverlässig die Koloraturen der Königin der Nacht, und Oswald gab eine anrührende lyrische Pamina. Jan Behnkens Tamino hatte stimmlich mit Lampenfieber zu kämpfen, spielte aber differenziert und mit Verve. Und Grzegorz Rozkwitalski machte den Sympathieträger Papageno mal wieder zum Herzen des Geschehens. Respekt auch für Christiane Stein (Flöte) und Maja Hunziker (Violine), die unter der Leitung von Tjaard Kirsch am Klavier ein ganzes Opernorchester ersetzten.
Für die heutige Vorstellung gibt es nur noch Restkarten. Klar, ist ja auch die "Zauberflöte", die meistgespielte Oper der Welt. Das Theater für Kinder und sein Pendant für Erwachsene, das Allee Theater, setzen aber oft auch Entlegenes auf den Spielplan. Man kann nur hoffen, dass Mut und Kreativität dieses kleinen Hauses immer wieder reichlich mit dem vergolten werden, was des Publikums Währung ist: zahlreich hinzugehen.


 


LUPINCHEN UND ROBERT

EIN OMINÖSES MUSICAL VON BARBARA HASS UND BARBARA HENNEBERG

7. September 2011
OASE FÜR ERTRÄUMTE GESCHICHTEN

Die Welt

BEZAUBERNDES MUSICAL "LUPINCHEN UND ROBERT" IN ALTONA

Gebt den Kindern Räume zum Träumen! Rar sind sie geworden im Alltag, diese Spielwiesen der Fantasie, und auch auf den Bühnen werden die Jüngsten immer mehr mit der Realität konfrontiert. Das Theater für Kinder dünkt uns da manchmal wie eine der letzten Oasen für Geschichten jenseits der 

Wirklichkeit - und das nicht allein ob der offenbar noch immer blühenden kindlichen Fantasie seiner Ausstatterin Barbara Hass. Und so hat die Intendantengattin denn auch für die jüngste Inszenierung wieder ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und gemeinsam mit Barbara Henneberg aus Binette Schroeders gleichnamigen Bilderbuchklassiker "Lupinchen und Robert" ein bezauberndes Kindermusical schon für die Kleinsten ab drei Jahren geschaffen. Die projizierten, surrealen Bildwelten der Vorlage dienen im Hintergrund als Bühnenbild, davor entspinnt sich die fantastische Geschichte vom traurigen Lupinchen (Claudia Valtierra bezaubert mit kindlich-klarer Stimme) und ihrem fröhlichen Vogelfreund (Henneberg) in phantasievoll-plastischen Kostümen. Da gibt sich der eitle Herr "Klappaufundzu" (Hubert Fersterer) im Schachtelanzug seiner Vorliebe für "ominöse" Fremdworte hin, öffnet der schüchtern-vornehme Mister Humpty Dumpty (Malwina Krajecki) in einem klobigen Ei-Kostüm die Schale, um die Geige anzulegen und eine wehmütige Melodie anzustimmen. Ein paar Handgriffe und ganz wenige Requisiten nur, und schon entstehen aus einer Parierrolle Tisch und Stühle für ein Kaffeekränzchen, fliegt die vom Strum entführte Gesellschaft im Flugzeug dahin oder rettet sich auf dem Meer in den Regenschirm Humpty Dumptys.

Es sind nur klein(s)te Erlebnisse, die doch nicht zuletzt dank der von Henneberg geschaffenen Lieder und Zwischenmusiken der Fantasie immer wieder neue Spielräume eröffnen und durch die Vielzahl der eingesetzten Instrumente von der Querflöte über das Saxophon bis hin zur Melodika ganz nebenbei das Interesse für unterschiedliche Klänge wecken. Und da sich die musikalische Leiterin hiebei der verschiedensten Stile von der Klassik bis zum Rap bedient, haben auch musikgeschulte, ältere Kinder ihr Hörvergnügen. Selbst wenn ihnen die eigentliche Geschichte manchmal vielleicht ein wenig kindlich vorkommt. cf
Anm. der Redaktion: Regie führte Andreas Franz

Lupinchen und Robert

EIN OMINÖSES MUSICAL VON BARBARA HASS UND BARBARA HENNEBERG

3./4. September
VORHANG AUF FÜR HUMPTY DUMPTY
MUSICAL


Hamburger Abendblatt
(Britta Schmeis)

Ein prahlerischer Schachtelmann namens Klappaufundzu? Ein scheuer Engländer in Eierform mit dem Namen Mister Humpty Dumpty, dazu ein lustiger Vogel und ein trauriges Mädchen? Wer den Kinderbuchklassiker "Lupinchen" von Binette Schroeder liebt, wird von dem entzückenden Musical "Lupinchen und Robert" im Theater für Kinder begeistert sein. Barbara Hass und Barbara Henneberg setzen die verträumten, fantastischen Bilder des Kinderbuches aus dem Jahr 1969 mit viel Witz und Charme und ebenso bunten wie fantasievollen Kostümen für Kinder ab drei in Szene.

DER SCHEUE MISTER HUMPTY DUMPTY ENTPUPPT SICH ALS MUTIGER RETTER
Da sind das einsame und daher traurige Lupinchen (Claudia Valtierra) und der Vogel Robert (Barbara Henneberg), der seine Freundin aufheitern will und deshalb den kuriosen Schachtelmann (Hubert Fersterer) und den schüchternen Mister Humpty Dumpty (Malwina Krajecki) in Lupinchens Garten einlädt. Schnell und ein wenig angeberisch schnippelt Herr Klappaufundzu für das Picknick ein Haus aus Papier. Als dann ein Sturm aufkommt und alle in Gefahr geraten, tritt der scheue Mister Humpty Dumpty als erfinderischer und tapferer Retter in Aktion. Sehr gelungen setzen Regisseur Andreas Franz und die musikalische leiterin Henneberg die fast surreale Geschichte um und projizieren Szenen des Buches auf die Bühne. Dadurch lassen sie Schauspieler und Buch miteinander verschmelzen. Und sie setzen eine Vielfalt von Instrumenten und Musikstilen ein, die Kindern Lust auf Theater und Träumereien macht.


Dezember 2010
Anker setzen
"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint Exupéry im "Theater für Kinder" in Szene gesetzt

hlz - Zeitschrift der GEW Hamburg
Joachim Geffers


Vielleicht war bei der Premiere des "Kleinen Prinzen" schon jemand dabei, der sich in 50 Jahren an dieses Ereignis erinnern wird und ähnlich öffentlichkeitswirksam, wie der Hamburger ver.di-Vorsitzende Wolfgang Rose es auf der Abschlusskundgebung der Schulverbessererparade kundtat, agieren. Dieser hatte den Kleinen Prinzen mit den Worten zitiert: "Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Männer zusammen, um Holz zu sammeln, Werkzeuge vorzubereiten und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen weiten Meer." Das weite Meer, so Rose, das sei das sich Sehnen nach einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, in der nicht mehr die soziale Herkunft vorherbestimmt, wie viel und was man mit wem lernen dürfe. Eine Gesellschaft, in der es kein starres Oben und Unten gebe, keine selbstherrliche Elite, die es heute wieder für ihr ganz natürliches Recht halte, die Macht und den Reichtum unter sich aufzuteilen.So wie also Wolfgang Rose, ich nehme an als Schulkind, mit dem Kleinen Prinzen konfrontiert wurde, so bietet die Inszenierung im "Theater für Kinder" die Chance, jenen Funken bei den noch ganz Kleinen zu entzünden, der vielleicht später einmal dazu beitragen kann, dass daraus ein Feuerwerk entsteht, das die Realisierung einer solidarischeren und gerechteren Gesellschaft vorantreibt.

Die TheatermacherInnen (Regie: Claus Gutbier) waren sehr mutig, dieses Werk auf die Bühne zu bringen, spricht es doch alle Grundfragen der menschlichen Existenz auf eine Weise an, die zunächst der kindlichen Psyche verborgen bleiben muss. Nicht nur, weil ein entsprechendes Abstraktionsvermögen noch gar nicht vorhanden ist, sondern auch, weil Erfahrungen, mittels derer Bezüge zum Inhalt hergestellt werden könnten, noch gar nicht gemacht wurden.
Was allerdings auch beim kleinen Kind vorhanden ist, ist die sinnliche Wahrnehmung dessen, was ihm über Sehen und Hören geboten wird. Und hier im Theater sind es die Körpersprache, das Licht, die Farben, die Intonation auch jenseits des Sinns der Worte, die nicht ohne Wirkung bleiben und somit vermittelt sich dem Kind die Unterscheidung zwischen gut und böse, zwischen Gefahr und Aufgehobenheit. Was für die Älteren die Möglichkeit zur Reflexion eröffnet, bleibt bei den Kleinen als Funke im Gedächtnis, der jenen "Anker" wirft, der das Andocken an spätere Lebenserfahrungen ermöglicht.

Den Theatermachern ist es durch die Inszenierung gelungen, ein Feuerwerk sinnlicher Eindrücke in Gang zu setzen. Ein bestechendes Bühnenbild (Kathrin Kegler), fantasievolle Kostüme (Barbara Hass), gepaart mit der Poesie der Sprache in uraufgeführter Versform (ebenfalls Barbara Hass) wird unterstützt von einer eigens hierfür geschriebenen Musik (Barbara Henneberg). Ein Kontrapunkt zum gängigen Entertainment.

Bei seiner Reise durch den Kosmos wird der Kleine Prinz mit nicht weniger konfrontiert als mit der Oberflächlichkeit des Schönen, der Macht, der Gier, der Eitelkeit und dem Festhalten wollen, statt sich der Vergänglichkeit zu stellen. So läuft er auf der Grenze des Rationalen, um zu entdecken, dass es zum Erkennen des Wahren, Guten und Schönen einer inneren Reise bedarf, die Selbiges in ihm selbst abzubilden weiß und damit den Weg zu der zentralen Botschaft des Autors weist: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Das ist im besten Sinne ambitioniertes Theater, auch und gerade, weil es auf den pädagogischen Zeigefinger verzichtet.

Empfohlen ist das Stück ab 5 Jahren! Man kann es aber in jedem Alter mit Gewinn sich ansehen. Eine altersspezifische Vorbereitung erleichtert dabei sicherlich den Zugang. Voraussetzung ist dies nicht, bietet der Inhalt doch vielfältige Möglichkeiten des Umgangs: Das Theater bietet einen Malwettbewerb an oder es lässt sich über Aspekte des Inhalts gut "philosophieren" mit Kindern oder aber man gesteht sich und allen anderen zu, es einfach auf sich wirken zu lassen.

Die Welt

08.06.2000 EHRUNG FÜR EIN DAUEREXPERIMENT
ALLEE THEATER und Theater für Kinder mit dem Mobil Pegasus Preis ausgezeichnet
Der mit 75 000 Mark dotierte Mobil Pegasus Preis geht an das Hamburger ALLEE THEATER und das Theater für Kinder - für die künstlerische Gesamtleistung in der zu Ende gehenden Spielzeit. Die beiden im selben Haus untergebrachten Bühnen stehen unter der Direktion von Uwe Deeken. Das Preisgeld des Mineralölkonzerns soll den Theatern ermöglichen, in der nächsten Spielzeit eine besonders anspruchsvolle oder mutige Produktion zu realisieren. Die Jury würdigte das ALLEE THEATER als "gelungenes Dauerexperiment". Das Theater für Kinder ziehe "in der Verknüpfung von musikalischen, traditionellen und unkonventionellen Kinderstücken" das Publikum von morgen heran... Die Welt

19.2.2005 AUSZUG AUS EINER KRITIK ZUR OPER "UNDINE" VON LORZING
Wenn ein Theater als Maßstäbe setzendes Beispiel in Hamburg als Modellregion für Kinderkultur gelten kann,dann ist es das seit über 35 Jahren kontinuierlich auf hohem bis höchstem Niveau arbeitende "Theater für Kinder". Das kleine Haus an der Max-Brauer-Allee hat nicht nur Generationen von Kindern mit den schönsten Sprechtheater-Inszenierungen beglückt, es hat auch das Genre der Kinderoper in dem Sinne erfunden, als es Werke großer Meister musikalisch und dramaturgisch so aufarbeitete, dass sie für Kinder zwar leichter verständlich werden, den Originalen aber kein Leid angetan wird. Alle berühmten Arien werden gesungen. (mn)


Informationen und Hintergründe

GRÜNDUNGSJAHR 1968

Das Hamburger Theater für Kinder wurde am 27. Februar 1968 gegründet und ist somit Deutschlands ältestes Privattheater, das ganzjährig für Kinder spielt. Grundidee: Kindern ab 5-6 Jahren Bühnenstücke in einem „richtigen“ Theater mit professionellen Künstlern anbieten. Neben zahlreichen Ur- und Erstaufführungen (Astrid Lindgren, Otfried Preußler, Paul Maar, Michael Ende u. a.) ist es eine besondere Pioniertat des Theaters für Kinder, seinen Zuschauern klassische Opern zu erschließen (seit 1979).

ZIEL UND AUFGABE

"Das Theater für Kinder hat sich seit 1968 zur Aufgabe gemacht, dem jungen Publikum Theater als Kunstform anzubieten. Das bedeutet, dass Schauspielkunst mit Bühnenbild, Kostümen, Licht, Musik und Dichtkunst zu einer Einheit verschmolzen werden - in höchster Qualität." Uwe Deeken (2008).

Auch in Zukunft wollen wir die Vielfalt der Möglichkeiten des Theaters immer wieder neu entdecken und den Kindern überraschende und bereichernde Kunst-Erlebniswelten eröffnen. Zunehmend hat sich das Haus zum Musiktheater für Kinder entwickelt. So finden sich im aktuellen Spielplan zwei Opernproduktionen und ein Schauspiel mit Musik für Kinder ab fünf Jahren und zwei Musicals für Kinder ab drei Jahren.


 

PREISE UND AUSZEICHNUNGEN

Februar 1989: "Silberne Maske" der Hamburger Volksbühne
Mobil Pegasus Preis 2000
Botschafter für Hamburgs Kinderkultur EXPO 2000 Hannover         
„Excellent Performance Award“, Shanghai 2004
Senator-Biermann-Ratjen-Medaille 2009 für Barbara Hass und Uwe Deeken
Rolf-Mares-Preis 2011 für Bühnenbildnerin Kathrin Kegler
("Vom Fischer und seiner Frau")



Hinweis: Diese Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, indem Sie eine E-Mail an tfk@alleetheater.de schicken.


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